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Studierende erleben Musiktheater im Apollo-Theater Siegen – Impulse für die Ausbildung 

Die Studierenden der praxisintegrierten Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher (Unterstufe) besuchten gemeinsam mit ihren Lehrkräften Frau Tarfeld, Frau Thimm, Frau Möller und Herrn Klein eine Vorstellung des Musiktheaters Apollo‑Theater Siegen. Auf dem Spielplan stand das Stück „MachtWorte!“, eine Produktion, die sowohl inhaltlich als auch pädagogisch vielfältige Impulse für die angehenden Fachkräfte bot. 

Ein packendes Stück über Konflikte, Sprache und Gemeinschaft
MachtWorte! erzählt die Geschichte von neun sehr unterschiedlichen Menschen, die im Resozialisierungsprojekt „Re-Start“ zusammenkommen – ein Ort, an dem ehemals kriminell gewordene Menschen durch kreative Prozesse ihren Weg zurück in die Gemeinschaft finden sollen. Die Figuren, vom Verschwörungstheoretiker über Aktivisten bis hin zu skeptischen Persönlichkeiten, stehen vor der Herausforderung, gemeinsam einen positiven Song zu komponieren, der bei einem Friedensfestival aufgeführt werden soll. Dabei geraten ihre unterschiedlichen Sichtweisen, Vorurteile und persönlichen Geschichten immer wieder in Konflikt – und genau hier entfaltet das Stück seine zentrale Botschaft: Die Kraft der Worte – bewusst eingesetzt, kann sie verbinden, trösten und Verständnis schaffen.
Das Musiktheater besticht durch mitreißende Songs, starke Charaktere und eindrückliche Momente, die zeigen, wie schnell Gespräche kippen können, wenn wir vorschnell urteilen oder uns zurückziehen. Gleichzeitig macht es Mut zur Auseinandersetzung, zur Kommunikation und zur Suche nach gemeinsamen Lösungen. 

Theaterbesuch als pädagogische Erfahrung im Kontext Demokratiebildung
Für die Studierenden war der Theaterbesuch weit mehr als ein kulturelles Highlight: Er stellte einen praxisrelevanten Erfahrungsraum dar, in dem zentrale Themen der sozialpädagogischen Arbeit unmittelbar erlebbar wurden:
Umgang mit Vielfalt und unterschiedlichen Perspektiven: Die konfliktgeladenen Situationen im Stück regten zur Reflexion darüber an, wie pädagogische Fachkräfte verschiedenen Meinungen, Lebensrealitäten und Vorurteilen begegnen können.
Kommunikation als Schlüsselkompetenz: Die zentrale Rolle der Sprache und der Auseinandersetzung mit „Macht der Worte“ öffnete einen Zugang zu Fragen, wie Erzieherinnen und Erzieher Gespräche gestalten, Konflikte moderieren und empathische Dialoge fördern können.
Sozialisation und Inklusion: Im Re-Start-Projekt im Stück lernen die Figuren, trotz Differenzen zusammenzuarbeiten – ein Modell, das auch in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe relevant ist, wo Inklusion, Kooperation und gemeinschaftliches Lernen täglich gefragt sind.

Studierende, Schauspieler und Lehrkräfte diskutierten im Anschluss an die Vorstellung die Erlebnisse und Eindrücke: Wie können Perspektivwechsel methodisch in pädagogische Angebote eingebunden werden? Welche Rolle spielt Musik als Medium zur emotionalen und sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen? Und wie lässt sich Theater als Lernort in die Ausbildung integrieren?

Kulturelle Bildung als Teil professioneller Entwicklung
Der Ausflug ins Apollo-Theater war eingebettet in das Ausbildungsprofil, das kulturelle Bildung und ästhetische Erfahrungen als wichtige Bausteine für die professionelle Haltung angehender Erzieherinnen und Erzieher versteht. Gerade in einer Zeit, in der Medien, Sprache und Identitätsfragen einen starken Einfluss auf das Aufwachsen junger Menschen haben, bietet die Auseinandersetzung mit kulturellen Produktionen wertvolle Reflexionsgelegenheiten. 

Der Besuch von MachtWorte! eröffnete den Studierenden nicht nur künstlerische Einblicke, sondern auch konkrete Anknüpfungspunkte für die eigene pädagogische Praxis – von der Gesprächsführung über Konfliktbearbeitung bis hin zur Förderung von sozialen Kompetenzen durch kreative Zugänge.